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Modeindustrie auf dem Prüfstand

In der italienischen Modeindustrie erarbeiten 64 000 Unternehmen einen Umsatz von 100 Milliarden Euro pro Jahr. Aber die grossen Namen von Made in Italy sind längst nach Frankreich verkauft. Das bedeutet wachsende Risiken für die italienischen Zulieferer.

Anton Ladner

Viele der weltberühmten italienischen Marken sind nicht mehr in italienischen Händen: Von Aqua di Parma, Bulgari, Brioni, Bottega Veneta über Fendi, Gucci, Kiton bis hin zu Loro Piana und Emilio Pucci – diese Marken werden heute von Frankreich aus kontrolliert. Die Kering-Gruppe von François Pinault hat ebenso kräftig in Italien eingekauft wie die Louis Vuitton-Gruppe von Bernard Arnault. Dem Raubtier-Kapitalismus, so wird der Ausverkauf heute in Italien bezeichnet, widerstanden nur die Grössten der italienischen Modeindustrie – Armani, Dole & Gabbana und die börsenkotierten Unternehmen Ferragamo, Prada, Tod‘s und Zegna. Deren Aktienkurse haben aber in den vergangenen Jahren die Aktionäre wenig begeistert. Obschon der Luxusmarkt wieder boomt, spiegeln die Aktienkurse diese Entwicklung nicht. Einzige Ausnahme: Die Aktie des Luxusherstellers Brunello Cucinelli – sie hat sich in elf Jahren verachtfacht.

Nach dem Ausverkauf der grossen Namen will jetzt die italienische Regierung die strategischen Lieferketten der Modeindustrie stärken, um sie zu schützen. Denn Tod’s-CEO und Mehrheitsaktionär Diego della Valle hat den Staat aufgefordert, die Lieferkette von Made in Italy besser abzusichern, um jungen Unternehmen die Zukunft zu erhalten. Der Verbleib der wertvollsten italienischen Marken ist nämlich nicht garantiert. Italienische Banken rechnen damit, dass es in Zukunft für ausländische Käufer nicht mehr so leicht sein werde, sich auf italienische Marken zu stürzen. Derweil gehen internationale Modeanalysten davon aus, dass die Konzentration weiter voranschreiten werde. Alles sei nur eine Frage des Preises – vor allem bei Unternehmen, deren Aktienkurse seit Jahren enttäuschen. Denn die grossen Marken stehen vor grossen Herausforderungen. In Europa verlieren die jüngeren Generationen Interesse an ihnen, hier zeichnet sich eine Abkehr ab, die durch die asiatischen Märkte aufgefangen wird – aber wie lange?

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