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«Ich hasse und ich liebe dich»

Zwiespältige Gefühle können belastender sein als eindeutig schlechte Gefühle. Sie können quälen und eine Abwärtsspirale auslösen. Gemischte Gefühle lassen sich aber mit Denkstrukturen bändigen.

Anton Ladner

«Ich hasse und ich liebe. Warum ich das tue, fragst du vielleicht. Ich weiss es nicht, aber ich fühle, dass es geschieht, und es quält mich.» Das schrieb der römische Dichter Catullus, der um 84 v. Chr. in Verona auf die Welt kam. Seine Gedichte sind für ihre emotionale Intensität, ihre Erotik und ihre persönliche Natur bekannt. Sie umfassen die zentralen Themen des Lebens – Liebe, Freundschaft, Gesellschaft und Politik. Catullus hatte später einen grossen Einfluss auf Ovid und Vergil.

Man kann noch heute die Worte von Catullus gut nachvollziehen:  Gemischte Gefühle lösen ein intensives Unbehagen aus. Sie lassen im Unklaren darüber, was man tun soll – sei es in der Liebe, am Arbeitsplatz oder bei Problemen mit Nachbarn. Es geht dabei mehr oder weniger immer um die gleichen bohrenden Fragen: bleiben, daran arbeiten oder woanders hingehen. Das Dilemma beginnt schon bei der Kindheit. Für sehr viele war sie gut, aber zugleich auch schlecht und lässt sich deshalb nicht in ein klares Schema pressen.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein glaubten viele Psychologen, positive und negative Gefühle würden sich einfach abwechseln. Aber wenn man sich nicht glücklich fühlt, bedeutet das noch lange nicht, dass man sich unglücklich fühlt und umgekehrt. Die Neurowissenschaft stellte dann fest, dass positive und negative Emotionen weitgehend mit Aktivitäten in verschiedenen Gehirnhälften korrespondieren. Bei vielen Menschen sind negative Emotionen mit der rechten, positive mit der linken Seite verknüpft. Forscher gehen heute davon aus, dass gemischte Emotionen bei fast jedem Menschen vorkommen. Sie fanden auch heraus, dass gemischte Emotionen das Wohlbefinden stärker senken als rein negative. Es hilft aber nicht, nun alles nur noch als gut oder schlecht zu sehen. Hilfreicher ist ein Dialog mit beiden Gefühlen – ein dialektisches Denken. Es gelingt einfach, wenn man widersprüchliche Gefühle bewusst wahrnimmt und dazu steht. Ambivalenz steht für den Reichtum des Lebens.

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