












Rund 40 % aller anerkannten Berufskrankheiten in der Schweiz stehen laut SUVA auch 2025 im Zusammenhang mit muskuloskelettalen Beschwerden (TMS). Was im Arbeitskontext gut dokumentiert ist, zeigt sich im Alltag oft viel subtiler: kleine Schmerzen, die kommen und gehen, und deshalb selten ernst genommen werden.
Ein Ziehen im Handgelenk, ein steifer Daumen am Morgen oder Schmerzen beim Öffnen eines Glases: Viele dieser Signale werden als “normale Belastung” abgetan. Doch genau hier beginnt oft ein Prozess, der sich über Wochen oder Monate verstärken kann.
Der menschliche Körper ist anpassungsfähig. Wiederholte Bewegungen, etwa beim Tippen, Scrollen oder Greifen, werden schnell zur Routine. Schmerzen treten zunächst nur punktuell auf und verschwinden wieder. Das Problem: Diese kurzfristige Entlastung wird häufig als Entwarnung interpretiert.
In Wirklichkeit handelt es sich oft um frühe Warnsignale, die auf eine Überlastung von Muskeln, Sehnen oder Gelenken hinweisen.
Viele Beschwerden treten nicht bei grossen Belastungen auf, sondern in ganz alltäglichen Momenten:
Diese Situationen wirken banal, gerade deshalb werden sie oft übersehen.
Muskuloskelettale Beschwerden (TMS) betreffen das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Gelenken. Sie entstehen meist nicht plötzlich, sondern entwickeln sich durch wiederholte, einseitige Belastung.
Ein entscheidender Unterschied zur “normalen” Ermüdung: Die Beschwerden kehren regelmässig zurück oder verstärken sich, selbst bei gleichbleibender Belastung.
Gerade kleine Gelenke sind im Alltag stark gefordert. Die Hand übernimmt unzählige präzise Bewegungen, oft ohne bewusste Entlastung. Besonders der Daumen spielt dabei eine zentrale Rolle, etwa beim Greifen oder bei der Nutzung von Smartphones.
Wenn Schmerzen in diesem Bereich auftreten, kann es sinnvoll sein, sich gezielter zu informieren. Spezialisierte Plattformen wie My Thumb bieten ebenfalls vertiefende Einblicke in mögliche Ursachen und typische Beschwerdebilder im Daumenbereich.
Ein entscheidender Faktor ist nicht nur die Belastung selbst, sondern auch der Umgang damit. Typische Fehler sind:
Diese Reaktionen können dazu führen, dass sich Beschwerden schleichend verstärken.
Wichtig ist dabei: Es geht nicht um Perfektion, sondern um kleine, regelmässige Anpassungen.
| Alltagssituation | Sinnvolle Anpassung |
| Lange Mausarbeit | Hand regelmässig wechseln oder kurze Pausen einbauen |
| Intensive Smartphone-Nutzung | Beide Hände nutzen, Daumen entlasten |
| Wiederholtes Greifen | Locker greifen, Druck bewusst reduzieren |
| Keine Unterbrechungen | Alle 30–45 Minuten kurze Bewegungspausen |
Die SUVA betont, dass Prävention vor allem durch Bewegung, Variation und bewusste Entlastung im Alltag entsteht. Ergonomische Hilfsmittel können unterstützen, ersetzen aber nicht die Veränderung von Gewohnheiten.
Nicht jeder Schmerz ist ein Problem, aber viele Probleme beginnen mit kleinen Schmerzen. Wer lernt, diese früh zu erkennen und ernst zu nehmen, kann langfristige Beschwerden oft vermeiden. Der Schlüssel liegt weniger in grossen Veränderungen als in der Aufmerksamkeit für das, was täglich passiert, oft unbemerkt.
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