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Krankhafte Hortungswut

Nur nichts weggeben!

Die Schwierigkeit, sich von Gegenständen zu trennen, kann zu einer Zwangserkrankung führen. Bestimmte psychologische Merkmale sind kennzeichnend für diejenigen, die darunter leiden.

 Sara Huber

Jeder von uns ist zu einem Teil emotional Gefangener von Gegenständen, die das Leben begleitet haben. Auf den Dachböden, in Garagen und Kellern sammeln sich diese Wegbegleiter an. Sie haben eines gemeinsam: Man nutzt sie nicht mehr, und das wird auch in Zukunft so bleiben – ein weit verbreitetes Phänomen, das leicht krankhafte Ausmasse annehmen kann. In diesem Fall spricht man von einer Hortungsstörung (Disposophobie). Neben der Schwierigkeit, sich von unnützen Gegenständen aus der Vergangenheit zu trennen, kann die Störung auch durch ein übertriebenes Sammeln gekennzeichnet sein. Jüngsten Studien zufolge leiden etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung daran.

Warum können Gegenstände so viel emotionale Bedeutung haben, dass sie sinnlos gehortet werden? Manchen vermitteln sie das Gefühl von Sicherheit und Stabilität. Bei einer echten Sammelstörung zeigt sich zudem eine höhere emotionale Intensität, die unterschiedliche Ausprägungen haben kann. Zu den Schwachstellen von Menschen mit einer Messie-Störung gehören die allgemeine Schwierigkeit, Entscheidungen zu treffen und Gegenstände zu kategorisieren, sowie eine Beeinträchtigung der Gedächtnisfunktionen, extremer Perfektionismus und die ständige Sorge, Fehler zu machen. Das Aufbewahren all der Gegenstände erspart die Entscheidung, sie wegzuwerfen, und umgeht so die Sorge, sich falsch zu entscheiden. Manche Hamsterer glauben, dass es besser sei, nichts wegzuwerfen, weil die Gegenstände mit der Zeit an Wert gewinnen könnten, zudem vermeidet das Aufbewahren das Gefühl von Verlust und emotionaler Entbehrung. Es gibt also verschiedene spezifische Merkmale von Messies, übermässige emotionale Bindung an Gegenstände, das Bedürfnis, die Kontrolle über sie zu behalten, und Perfektionismus. Menschen, die daran leiden, neigen dazu, die offensichtlichen Tatsachen zu leugnen, und versuchen, mehr oder weniger rationale Erklärungen für ihr Verhalten zu finden.

Unter den Sammelwütigen gibt es derweil grosse Unterschiede. Viele lagern die Gegenstände nicht unorganisiert, sondern ordentlich katalogisiert. Interessierten werden sie gern gezeigt. Auch die Art und Weise, wie die Objekte der Begierde erworben werden, variiert, da der Sammler sie aktiv über spezialisierte Kanäle sucht, über genaue Kenntnisse verfügt, die es ihm ermöglichen, eine Auswahl zu treffen.

Wer unter einer Hortungsstörung leidet, kann auch andere psychische Leiden entwickeln. Davon ist eine Depression die am häufigsten anzutreffende Erkrankung. Nicht selten beobachtet man eine Verschlimmerung der Störung in Lebensphasen, in denen wichtige Veränderungen stattfinden, wie Pensionierung oder der Auszug des Kindes aus dem Haushalt. Für die Behandlung ist es daher sehr wichtig, die Ursachen der Störung unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren zu identifizieren. Eine Studie hat gezeigt, dass es hilft, das Unbehagen in den ersten Tagen nach der Entscheidung, einen oder mehrere Gegenstände wegzuwerfen, zu beobachten und zu trainieren, damit zurechtzukommen. Derzeit ist die einzige Behandlung, die bei Menschen mit einer Hortungsstörung gute Ergebnisse gezeigt hat, die kognitive Verhaltenstherapie (Cognitive-Behavioral Therapy), eine Form der Psychotherapie, die darauf abzielt, bestimmte Überzeugungen zu ändern, aus denen psychische Störungen wie Angstzustände und Depressionen resultieren können. Das umfasst Techniken zur Konfrontation mit der gefürchteten Situation, Motivationsgespräche und die Verbesserung durch kognitive Umstrukturierung.

 

Situation in der Schweiz

In der Schweiz leben etwa 180 000 Menschen, die vom Messie-Syndrom betroffen sind, was mehr als zwei Prozent der Bevölkerung entspricht. Es gibt verschiedene Beratungsangebote und Vereine, die Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige anbieten, wie zum Beispiel LessMess und der Messie-Verein in Dietikon. Auch professionelle Hilfe bei der Räumung von Messie-Wohnungen ist in der Schweiz verfügbar, zum Beispiel durch www.messiehilfe-schweiz.ch.

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